
Beatrix Bruck
*1957
Über 35 Jahre Pädagogische Leiterin der Außenstelle Herford des Bildungswerkes des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen
Die gebürtige Gelsenkirchenerin entdeckte früh ihre Leidenschaft für den Sport, insbesondere das Kunstturnen und später das Tennis. Als pädagogische Leitung der Außenstelle Herford des Sportbildungswerkes NRW bereicherte sie die Sportlandschaft Herfords mit diversen Sport- und Bewegungskursen für alle Alters- und verschiedenste Zielgruppen.
Kurzbiografie
- Geboren 1957 in Gelsenkirchen
- 1964-1973 Mitglied in der Turngemeinde Ückendorf 1882/11 e. V.
- 1973-1978 Mitglied im Gelsenkirchener Tennisklub von 1902 e. V.
- 1977-1982 Lehramtsstudium der Fächer Französisch und Sport an der Universität Paderborn
- 1985-2022 Pädagogische Leitung der Außenstelle Herford des Bildungswerkes des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen (seit 2020: SportBildungswerk Nordrhein-Westfalen e. V.)
- 1992-2022 Genderbeauftragte des heutigen Sportbildungswerkes NRW e. V.
- Seit 1995 Mitglied im TuS Gohfeld von 1910 e. V. (Löhne)
- 2011-2021 Gleichstellungsbeauftragte (und damit Präsidiumsmitglied) des KSB Herford
Beatrix Bruck über …
„Ich bin in Gelsenkirchen, genauer gesagt in Ückendorf, aufgewachsen. Meine sportliche, aktive Karriere hat eigentlich früh begonnen. Ich bin durch eine Mitschülerin in der Grundschule – damals hieß es ja noch Volksschule – zum Turnen gegangen, und zwar in den Turnverein ‚Turngemeinde Ückendorf‘. Da bin ich mit sieben Jahren hingegangen und das war mein Leben. Ich bin fortan zum Turntraining gegangen. Das hat sich dann über das wöchentliche Training hinaus gesteigert. Zum Schluss habe ich viermal die Woche trainiert, wir hatten auch einmal Ballett. Also, ich war dem sogenannten Leistungsturnen mit Leib und Seele verschrieben.
Wir mussten dann diverse Sporthallen aufsuchen, aber das hat mir alles nichts ausgemacht. Wir waren montags im Schürenkamp, mittwochs in Erle und in Ückendorf. Das war mein Leben, das war meine sportliche Karriere, und begleitet wurde ich durch meine Eltern. Die haben das in dem Sinne mitgemacht, die haben mich hingebracht und abgeholt, sofern das früher überhaupt so war. Man fuhr auch mit dem Bus hin.
Mein Vater selbst war sehr sportbegeistert. Also, ich bin in einem sportbegeisterten Haushalt groß geworden. Mein Vater war Torwart bei DJK Arminia Ückendorf und da gingen wir sonntags hin, um zuzusehen. Also, insofern begleitete Sport mein ganzes Leben. Fernsehen wurde geguckt, die Sportschau wurde geschaut, der Kicker wurde auswendig gelernt, also das war’s. Die Karriere zog sich hin, bis ich so 15, 16 war. Dann kam ein Bruch, weil meine Mitstreiterinnen nicht auf das Gymnasium gingen. Die fingen dann an, eine Ausbildung zu machen. Ich bin übrig geblieben und die Mannschaft brach ein bisschen auseinander. Ich fing auch an zu denken: Ich hatte Angst, kam nicht mehr so schnell vorwärts. Und da habe ich dann meine Turnkarriere beendet und eine Tenniskarriere begonnen, die aber mehr Freizeit- und Breitensport umfasste als Leistungssport. Mein sportlicher Werdegang hat mich beflügelt: Ich muss Sport studieren.“
„Das Bildungswerk arbeitete eigentlich mit freiberuflichen Honorarkräften. Die haben dann entsprechend ihrer Passion die Kurse angeboten. Diese wurden dann auch entsprechend als Übungsleiter bzw. als Honorarkraft bezahlt. Stattgefunden haben die Angebote damals ausschließlich in öffentlichen Sporthallen, also in städtischen Sporthallen oder bei uns auch in den kreiseigenen Sporthallen im Schwimmbad und auf irgendwelchen Wiesen im Park. Damals gab es sogar einen Trimmpark, da wurde dann entsprechend gejoggt. Es waren öffentliche Einrichtungen, in denen das Ganze angeboten wurde.
Jede Außenstelle bringt in der Regel eine Jahres- oder Halbjahresbroschüre heraus, in der das komplette Angebot drinsteht. Diese Broschüre wird dann natürlich verteilt. Man hat da so seine Anlaufstellen: Bibliotheken, damals auch Sparkassen und Schwimmbäder. Also, man verteilte das Programm, man machte Flyer. Und was bei uns in Herford wirklich sensationell gut lief, war die Pressearbeit. Also, ganz viel über die lokale Presse. Und in Herford waren die beiden Außenstellenleiter in das Sportgeschehen integriert. Somit konnten sie auch an ihren Stellen darauf aufmerksam machen.
Das Bildungswerk finanziert sich über einen Grundzuschuss, der pro Mitarbeiter und büromäßig bezahlt wurde. Die Zuschüsse kommen ja von der Weiterbildungseinrichtung, und der Landessportbund hat auch immer einen Zuschuss an seine Weiterbildungseinrichtungen gegeben. Dieses Geld wurde entsprechend aufgeteilt, wobei es nie eine hundertprozentige Deckung der Finanzen war. Das heißt, eigentlich habe ich mich 37 Jahre lang selbst finanziert, wenn man jetzt mal absieht von der Elternzeit. Da wurden ja Gehaltszahlungen übernommen. Aber als das vorbei war, musste man schon das, was man braucht, selbst erwirtschaften, weil die Zuschüsse nie so groß waren. Also, die waren noch nicht mal so groß, um irgendein Gehalt komplett zu decken. Das heißt, man musste also Geld haben für Telefon, Miete, wenn man Hallen mietet, oder Honorare zahlen wollte. Solches musste man alles über die Kursgebühr letztendlich erwirtschaften.
Die Zuschüsse kamen, wie gesagt, von der Zentrale. Dann hatten wir eine Zeit lang das Glück, dass der Kreis Herford uns unterstützt hat, mit einer ziemlich großen Summe, ein paar Jahre lang, bis dann auch da irgendwann das reduziert werden musste. Die Teilnehmergebühren waren natürlich ein ganz großer Part, aber wir hatten natürlich auch versucht, immer Werbepartner und Sponsoren zu finden. Und wir hatten eine Zeit lang einen Sponsor aus Bielefeld. Die haben uns lange sehr gut unterstützt, bis wieder eine Änderung in ihrer Werbestrategie kam. Also, insofern haben wir auch versucht, die Broschüren mit Werbepartnern zu bestücken, ohne dass das jetzt so eine Werbebroschüre wird, um eben das finanzieren zu können. Das waren schon Möglichkeiten, die man hatte. Man träumte immer von dem ganz großen Werbepartner, der alles übernimmt und dann am besten für alle Außenstellen gleich. Aber das ist natürlich nicht gegeben gewesen.“
„Die Klientel waren in der Mehrheit Frauen. Ich weiß keine Prozentzahl, aber die Mehrheit der Angebote wurde von Frauen frequentiert. Natürlich hängt es auch von der Sportart ab. Damals waren im Tennis natürlich auch mehr Männer unterwegs. Im ganzen Gymnastiksegment, ob nun Pilates oder Yoga, da waren es mehr Frauen.
Von der Altersstruktur hatten wir die ganz Jungen nicht. Also, die gingen dann doch lieber woanders hin – das hat ja auch was mit ‚hip‘ zu tun. Und es liegt ja auch an den Räumlichkeiten. Ob ich jetzt in so eine alte Grundschulhalle gehe oder in so ein schickes Studio, da unterscheidet man ja dann auch schon, wo man hinmöchte.
Es war eher so die mittelalte Stufe, sage ich jetzt mal so. Die Älteren kamen natürlich auch, aber dann hatten wir gesonderte Angebote, wie den Seniorensport. Es war also vom Alter her das Mittelfeld und es waren hauptsächlich Frauen.
Das Angebot ‚Sport für ausländische Mitbürger‘ lag vor meiner Zeit, muss ich gestehen. Ich kann jetzt auch nur vermuten, dass eben diese Angebote für die Generation nach den Gastarbeitern gedacht waren. So, wie sich das Bevölkerungsbild heute darstellt, war es natürlich 1980 nicht. Aber es war eben erstaunlich, dass meine Kollegen, die das damals ehrenamtlich geführt haben, schon so ein breites Spektrum erarbeitet haben und auch die Möglichkeiten anbieten wollten, sich zu integrieren und eben am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Ich habe das auch in Vorbereitung des Gespräches gedacht: Meine Güte, sehr weitsichtig. Leider muss ich gestehen, irgendwann ist das Angebot untergegangen – warum auch immer. Vielleicht wurde es nicht angenommen, nicht genug publiziert. Ich habe 1985 angefangen, da gab es das schon nicht mehr, und dann war das auch in dem Sinne kein Thema mehr, bis wir dann vor ein paar Jahren auch die Integrationskurse gemacht haben.
Die Kurse für Gehörlose haben damit zu tun, dass es damals Kontakt zu Lehrern an Förderschulen gab. Und ich vermute, dass sie dann jemanden kannten, der entsprechend die Kommunikation mit Gehörlosen beherrschte, und dass man daraufhin versucht hat, so ein Angebot zu machen. Aber auch das ist nicht weiter fortgeführt worden. Und da vermute ich eben, dass es auch was mit der Menge zu tun hat, die man ansprechen kann. Es ist ja nicht eine Großstadt, wo man viele zusammenziehen kann, sondern eher der ländlichere Raum und vielleicht die Kommunikation, dass das überhaupt stattfindet. Und auch die Abhängigkeit von den Personen, die das leiten können, da findet man ja nicht sofort Ersatz. Das ist aber jetzt nur eine Vermutung.“
„Ich habe eine Zusammenarbeit mit dem Integrationsbüro des DRK bei uns gemacht. Wir haben dann Kurse angeboten für Frauen mit Migrationshintergrund. Das waren einmal Gymnastik, und das ganz große Angebot war ‚Schwimmen lernen für Frauen‘.
Das war schon der Zeit geschuldet. Aber es hat auch sehr, sehr, sehr viel Arbeit gemacht. Man musste ein Schwimmbad haben, wo keiner reinguckt, wo kein Hausmeister kommt etc. Aber das haben wir jahrelang durchgeführt. Wir haben auch Radfahrkurse für Frauen mit Migrationshintergrund gemacht. Das war dann in Zusammenarbeit mit dem Integrationsbüro und der Recyclingbörse. Die haben nämlich die Räder bereitgestellt, und das war dann auch ein Programm, das ich durchgängig durchgeführt habe. Da wurde auch der Kreis beteiligt und hat mitfinanziert. Das waren mehrere Kooperationen, um das auf den Weg zu bringen, und ich habe das dann halt eben von der sportlichen Seite aus betreut. Die waren dann auch über uns versichert, weil alle Teilnehmer ja über die Sporthilfe versichert gewesen sind. Das war dann in den letzten Jahren akut, und dann hatte ich sogar ein Projekt mit ‚Arbeit und Leben‘. Da haben wir Schwimmkurse für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge zum Schwimmen lernen angeboten. Da kam dann ein Gebiet dazu, das eben Anfang der 1980er- und Mitte der 1980er-Jahre noch gar nicht im Themenfeld war.
Das Schwimmen wurde sehr genutzt. Das Fahrradfahren auch. Die Community hat sich ja selber informiert. Da habe ich jetzt keine Werbung gemacht. Die kamen dann auch, über das Integrationsbüro angesprochen, auf uns zu. Das hat sich dann, ich will jetzt nicht sagen verselbstständigt, aber die Leute kamen einfach bedingt. Das Problem bei denen war einfach, sie hatten ja oft die Gelegenheit, nicht zu kommen. Also mussten sich Leute zusammentun wegen einer Fahrgemeinschaft. Das war so organisatorisch alles ein bisschen schwieriger. Aber es lief, weil die Leute sich selber dafür interessiert haben.
Es war eher so türkischer Hintergrund, ohne dass ich das jetzt spezifizieren kann. Nicht so wie heute der Hintergrund wäre, wenn ich einen Integrationskurs anbieten würde. Denn der Hintergrund war, dass sie schwimmen lernen wollten. Eine Kulturtechnik wollte man Ihnen ja auch damit vermitteln, dass sie einen Raum haben, wo sie hingehen können, ohne Männer. Und dass sie unter sich waren. Und angeregt dadurch, oder in Kombination, machte dann das große Hallenbad auch einen Tag nur für Frauenschwimmen. Das war dann sehr begehrt. Denn die Frauen durften ja nicht ohne männliche Begleitung ins Hallenbad. Das war dann für sie.
Mit der Zeit wurde das Schwimmenlernen immer uninteressanter – der eigentliche Punkt war: Die Frauen gehen dahin. Mit dem Fahrradfahren, damit verbunden war auch der Gedanke, dass die Frauen Bewegungsfreiheit kriegen, also Mobilität. Die konnten ja in der Regel nicht Autofahren oder, wenn, war das Auto ja nicht immer vorhanden. Aber mit einem Fahrrad hatte man die Möglichkeit, den Radius zu erweitern. Also, das war schon die Intention dahinter, weshalb auch die Integrationsbeauftragte mit mir dieses Projekt durchführen wollte, um den Frauen mehr Raum in ihrem Leben zu geben. Das war über das rein Sportliche hinaus schon eine gesellschaftliche Intention, die dahinterstand.
Also, eigentlich sollte so ein Angebot dazu dienen: Ich lerne diese Kulturtechnik. Ich habe eine Gruppe, wo ich hingehe. Aber eigentlich sollte sich die ja öffnen. Oder die Frauen sollten dann in Gymnastik oder sonst was gehen. Das ist sehr, sehr schwierig gewesen, diese Schranke zu durchbrechen. Bzw. Das Problem ist, dann wären sie ja irgendwo hingegangen, wo auch Männer wären.
Es hört sich jetzt für uns manchmal schwierig an, das nachzuvollziehen, aber selbst der Hausmeister durfte nicht in die Nähe der Halle kommen und das ist dann immer schwierig umzusetzen. Das muss ich gestehen. Das ist bei uns, das mag natürlich woanders besser gewesen sein, nicht so gelaufen. Die Öffnung in andere Gruppen, in andere Sportarten hat in dem Sinne nicht stattgefunden. Natürlich haben wir das Angebot präsentiert. Und ich will auch nicht ausschließen, dass die eine oder andere mal wo hingegangen ist. Aber es war jetzt nicht so der Türöffner, um zu sagen: ‚Ich nehme das breite Sportangebot wahr, was man mir bietet.‘
Konkret für Männer mit Migrationshintergrund gab es keine Angebote. Wir wollten erst mal die Frauen auf den sportlichen Weg bringen, weil die praktisch nicht die Möglichkeit hatten. Männer haben ja in der Gesellschaft mehr Möglichkeiten, um sich sportlich zu betätigen. Viele gehen in Fußballvereine oder sonst was. Die Männer können, die Frauen können nicht unbedingt. Das war, glaube ich, so der Gedanke, der vorgeherrscht hat. Männer hätten ja ohne Probleme an allen Sportarten teilnehmen können, außer den spezifischen für Frauen. Die brauchten ja in dem Sinne von uns aus gesehen kein spezielles Angebot.
Die Ehemänner haben während der Schwimmkurse geprüft. Die sind langgegangen und haben geguckt, ob man in das Schwimmbad gucken kann, ob da ein Mann den Kurs leitet. Die Männer haben das schon überprüft. Ich meine, beim Radfahren war das schon anders. Das findet ja im öffentlichen Raum statt. Nichtsdestotrotz auf einem Schulhof, der hinter dem Gebäude lag. Auch da war so eine gewisse Eingrenzung da. Aber ja – die Männer mussten das Okay geben.“
„Das hört sich wilder an, als es ist. Ich bin 1992 Mutter geworden. In dem Zusammenhang habe ich eine Fachfrage im Kreis des Kollegiums gestellt. Ich weiß gar nicht mehr, worum es ging, ob es jetzt um Urlaub, Uhrzeit, Stillzeiten oder was auch immer ging. Und da wir bis dato keine Genderbeauftragten hatten – damals hieß es ja dann Frauenbeauftragte – hatte also Eberhard Kundoch beschlossen: ‚Du kannst jetzt die Frauenbeauftragte werden.‘ Denn ich hatte ja Ahnung, ich stellte so eine Fachfrage, und weil ich das nicht alleine kann, stellte er mir einen Kollegen zur Seite. Der hatte mal ein Seminar ‚Frauenfragen‘ studiert – großes Gelächter. Ich habe den Job angenommen, und das war es. Das gebe ich ganz ehrlich zu. Am Anfang musste diese Position einfach sozusagen besetzt werden.
Jetzt habe ich in einer Einrichtung gearbeitet, wo gleicher Lohn und gleiche Arbeit sind. Da gibt es nicht das Problem der unterschiedlichen Bezahlung. Dann war die Einrichtung so, dass viele Stellen, also die Pädagogen, das war Hälfte/Hälfte, da waren Frauen und Männer vertreten, also da war kein Missverhältnis. Gut, bei den Verwaltungsmitarbeitern und -mitarbeiterinnen war es meistens so, dass da mehr Frauen als Männer tätig sind. Ich hatte zumindest nicht dieses Problem, da elementare Grundrechte durchzusetzen. Dazu kam, dass wir also eine Leitung hatten, die sehr offen war: Stundenreduzierung, Arbeitszeiten, das konnte man immer besprechen. Es wurde immer das möglich gemacht, was man gerne hätte, im Rahmen dessen, was zugestanden werden konnte. Also, man musste nichts durchfechten.
Ich habe dann gesagt: Ich möchte jetzt eine halbe Stelle. Jetzt würde ich nur an zwei Tagen arbeiten. Das wurde dann geguckt, ob das machbar ist. Gut, das war jetzt nicht möglich, dann sollte ich an drei Tagen kommen. Da gab es nicht diese ganz großen Probleme. Wir haben da aus meiner Sicht am Anfang keine ganz schwierigen Gleichberechtigungsfragen klären müssen. Und wie gesagt: Der Kollege, der mir beiseite stand, das haben wir immer sehr lustig genommen, nach dem Motto: Ich kann es nicht alleine. Aber ich fühlte mich deshalb keineswegs degradiert, es war mehr so eine Spaßnummer.
Im Laufe der Jahre habe ich mich eigentlich um Themen gekümmert, die nicht direkt im Sinne dieser Gleichberechtigungsfrage waren. Ich hatte eher so Themen wie Gesundheit am Arbeitsplatz, die interessierte Selbstgefährdung, Homeoffice kam natürlich auch. Wir hatten natürlich auch in der Satzung die Änderung des generischen Maskulinums in die weibliche Form. Sowas haben wir natürlich dann auch auf den Weg gebracht. Aber das sind jetzt keine – ich sage mal – wegweisenden Geschichten, die ich da bearbeiten musste.
Und ich habe einfach versucht, Themen zu finden, zum Beispiel für junge Frauen zu erkennen, dass sie sich rechtzeitig um Vorsorge kümmern müssen, wenn sie nicht arbeiten. Also sich nicht auf den Mann verlassen, sondern sich selber finanziell unabhängig machen. Also, die Themen waren für mich dann von Interesse und die habe ich dann herausgearbeitet und den Kollegen vorgestellt. Auch natürlich, wenn ich Personal einstelle. Also, rein theoretisch muss oder sollte eine Gleichstellungsbeauftragte bei Bewerbungsgesprächen mit dabei sein. Jetzt sind wir natürlich im ganzen Land verteilt, und jetzt wird in Aachen irgendwer eingestellt? Fahre ich dann von Herford dahin? Das haben wir alles nicht gemacht. Das kann man jetzt als negativ bezeichnen, aber irgendwie. Das hat sich irgendwie so nicht ergeben, muss ich gestehen.
Und ich hatte dann natürlich auch Themen oder Fragen im Personalauswahlverfahren. Handreichungen habe ich dann der Geschäftsleitung schon an die Hand gegeben, aber es war nie eine harte Situation. Ich habe mich mit den Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Herford getroffen, also den vom Stadt-Kreis-Klinikum. Die hatten ganz andere Themen, die ich aber überhaupt nicht in meiner Einrichtung hatte. Also insofern haben wir am Anfang nicht ganz so viel gemacht und zum Schluss dann etwas mehr.“